KIVOZ steht für Nachrichten auf Faktenbasis. Unser Ziel ist nicht, die lauteste Schlagzeile zu produzieren, sondern Informationen so aufzubereiten, dass Leserinnen und Leser nachvollziehen können, was bekannt ist, worauf eine Aussage beruht und wo Unsicherheit bleibt.
Nachrichten erreichen uns heute schneller als je zuvor. Gleichzeitig konkurrieren seriöse Informationen mit Zuspitzung, Gerüchten, politischer Propaganda, bewusst irreführenden Darstellungen und einem Nachrichtentakt, der oft kaum Zeit für Einordnung lässt. KIVOZ setzt deshalb auf einen einfachen Grundsatz: Erst prüfen, dann bewerten.
Warum es KIVOZ gibt
Viele wichtige Entwicklungen passen schlecht in den klassischen Nachrichtenrhythmus. Manche Themen werden vor allem dann groß, wenn sie Empörung versprechen. Andere verschwinden, obwohl sie gesellschaftlich relevant sind. Internationale Berichterstattung konzentriert sich häufig auf wenige Staaten, während große Teile Afrikas, Lateinamerikas, Zentralasiens oder des Pazifiks kaum vorkommen. Wissenschaftliche Ergebnisse werden nicht selten auf eine zugespitzte Schlagzeile reduziert.
KIVOZ möchte hier einen anderen Schwerpunkt setzen. Wir berichten über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und internationale Entwicklungen, ergänzen diese klassischen Ressorts aber bewusst um Lichtblicke, Weltweit, Mediencheck und Wissenschaft erklärt.
„Lichtblicke“ bedeutet dabei nicht, Probleme schönzureden. Es geht um Entwicklungen, die tatsächlich Fortschritt zeigen und journalistisch relevant sind, auch wenn sie sich weniger gut dramatisieren lassen. „Weltweit“ richtet den Blick gezielt auf Länder und Regionen, die in deutschsprachigen Medien oft nur am Rand stattfinden. Im „Mediencheck“ prüfen wir konkrete Behauptungen und Darstellungen. „Wissenschaft erklärt“ soll Forschung verständlich machen, ohne aus Unsicherheit Gewissheit zu machen.
Fakten zuerst – aber nicht ohne Einordnung
Fakten sprechen nicht immer für sich allein. Zahlen brauchen Vergleichsmaßstäbe, juristische Begriffe brauchen Kontext und politische Aussagen müssen daran gemessen werden, was tatsächlich belegt ist. Deshalb trennt KIVOZ zwischen Nachricht, Analyse, Faktencheck und Meinung.
Nachrichten sollen Tatsachen so nüchtern wie möglich wiedergeben. Analysen dürfen Zusammenhänge herstellen und Schlussfolgerungen diskutieren. Meinungsbeiträge dürfen ausdrücklich werten. Was überprüfbar ist, bleibt aber in jeder Darstellungsform überprüfungspflichtig.
Gerade bei Krieg, politischen Konflikten und gesellschaftlich stark umstrittenen Themen ist diese Trennung wichtig. Eine Behauptung einer Regierung ist zunächst eine Behauptung einer Regierung. Eine Zeugenaussage ist eine Zeugenaussage. Eine Feststellung eines Gerichts, einer internationalen Untersuchungskommission oder einer amtlichen Statistik hat einen anderen Beweiswert. KIVOZ versucht, diese Ebenen sichtbar zu halten.
Quellen sollen nachvollziehbar sein
Wo immer möglich, stützt sich KIVOZ auf Primärquellen: amtliche Statistiken, Gesetzestexte, Gerichtsentscheidungen, Originalstudien, Dokumente internationaler Organisationen, Behördenmitteilungen und unmittelbar zugängliche Datensätze. Bei kontroversen oder unsicheren Sachverhalten ziehen wir nach Möglichkeit mehrere voneinander unabhängige Quellen heran.
Auch etablierte Nachrichtenagenturen und Medien sind wichtige Quellen. Sie ersetzen aber nicht automatisch die Prüfung einer Primärquelle, wenn diese verfügbar ist. Social-Media-Beiträge können Hinweise liefern oder selbst Gegenstand der Berichterstattung sein, sollen aber bei überprüfbaren Tatsachen nicht als alleiniger Beleg dienen.
Unsere ausführlichen Regeln dazu stehen unter Redaktionelle Standards & KI-Transparenz.
Unsicherheit gehört zur Wahrheit
Bei laufenden Ereignissen gibt es oft keine vollständige Gewissheit. Opferzahlen können sich ändern, Ermittlungen können neue Erkenntnisse bringen und erste Meldungen können falsch sein. KIVOZ versucht deshalb, Unsicherheit nicht sprachlich zu verstecken.
Formulierungen wie „nach Angaben von“, „bislang nicht unabhängig bestätigt“, „nach bisherigem Ermittlungsstand“ oder „die Untersuchung läuft“ sind kein Zeichen schwacher Berichterstattung. Sie zeigen, wie belastbar eine Information zum jeweiligen Zeitpunkt tatsächlich ist.
Keine künstliche Ausgewogenheit
Faktenbasierte Berichterstattung bedeutet nicht, zu jeder belegten Tatsache zwingend eine Gegenbehauptung mit gleichem Gewicht zu stellen. Wenn zwei Positionen unterschiedlich gut belegt sind, soll sich das auch im Text widerspiegeln. Gleichzeitig dürfen politische Sympathien nicht darüber entscheiden, ob belastbare Gegenargumente, Fehler oder unbequeme Fakten erwähnt werden.
Unser Ziel ist deshalb weder Neutralität im Sinn völliger Wertfreiheit noch Parteinahme. Entscheidend ist eine faire Gewichtung der verfügbaren Belege.
Korrekturen gehören zum journalistischen Arbeiten
Fehler können passieren. Entscheidend ist, wie damit umgegangen wird. Wenn sich Tatsachen ändern oder eine Aussage nachweislich falsch war, soll sie korrigiert und die Änderung möglichst transparent gemacht werden. Unsere Grundsätze dazu finden sich auf der Seite Korrekturen.
Hinweise auf mögliche Fehler, fehlende Quellen oder missverständliche Formulierungen sind ausdrücklich willkommen. Kontaktmöglichkeiten finden sich unter Kontakt.
Wie KIVOZ künstliche Intelligenz einsetzt
KIVOZ nutzt moderne digitale Werkzeuge und kann dabei auch künstliche Intelligenz einsetzen – etwa zur Rechercheunterstützung, Strukturierung großer Informationsmengen, sprachlichen Überarbeitung, Übersetzung oder zur Vorbereitung von Grafiken und Entwürfen.
KI ist dabei kein Ersatz für Quellenprüfung. Tatsachenbehauptungen müssen weiterhin anhand nachvollziehbarer Quellen überprüft werden. KI-generierte oder wesentlich KI-veränderte Bilder, Audio- oder Videoinhalte, die mit realen Ereignissen verwechselt werden könnten, sollen als solche kenntlich gemacht werden. Die redaktionelle Verantwortung bleibt beim Menschen.
Bilder mit Kontext statt bloßer Dekoration
Auch Bilder können einen falschen Eindruck erzeugen. Deshalb versucht KIVOZ, nach Möglichkeit direkt zum Ereignis gehörende und frei verwendbare Bilder einzusetzen. Wenn nur ein Archiv- oder Symbolbild verfügbar ist, soll das kenntlich gemacht werden. Quellen, Urheber und Lizenzen werden dokumentiert. Ist kein sinnvoll verwendbares Foto verfügbar, kann ein ausdrücklich als solches erkennbares KI-Symbolbild eingesetzt werden.
Was KIVOZ nicht sein will
KIVOZ möchte kein Nachrichtenportal sein, das eine politische Zielgruppe lediglich in ihren bestehenden Überzeugungen bestätigt. Ebenso wenig wollen wir Reichweite durch künstliche Empörung erzeugen, aus Vermutungen Gewissheiten machen oder komplexe Sachverhalte so lange verkürzen, bis nur noch ein politisch nützlicher Satz übrig bleibt.
Das bedeutet nicht, dass KIVOZ keine Haltung kennt. Menschenrechte, demokratische Verfahren, Rechtsstaatlichkeit und die Trennung zwischen belegbarer Tatsache und Propaganda sind keine beliebigen Geschmacksfragen. Gerade bei solchen Themen ist jedoch wichtig, Wertung und Tatsachenbasis auseinanderzuhalten.
Ein breiterer Blick auf Nachrichten
KIVOZ verbindet klassische Nachrichten mit Bereichen, die im täglichen Nachrichtenstrom oft untergehen. Wir wollen erklären, statt nur weiterzureichen. Wir wollen internationale Entwicklungen sichtbar machen, auch wenn sie nicht in Washington, Moskau, Brüssel oder Berlin stattfinden. Wir wollen wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich erklären und positive Entwicklungen ebenso ernst nehmen wie Krisen.
Vor allem aber wollen wir Leserinnen und Lesern ermöglichen, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Dazu gehört, Quellen offenzulegen, Gegenargumente ernst zu nehmen, Fehler zu korrigieren und auch dann bei den Fakten zu bleiben, wenn sie nicht zur eigenen Erwartung passen.
KIVOZ – Nachrichten auf Faktenbasis
Das ist kein Versprechen, niemals einen Fehler zu machen. Es ist ein Versprechen, die Methode über die gewünschte Schlagzeile zu stellen: prüfen, einordnen, transparent machen und korrigieren, wenn es nötig ist.
Mehr zu unserer Arbeitsweise: Redaktionelle Standards & KI-Transparenz · Korrekturen · Kontakt · Impressum