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Anak Krakatau legt Flughäfen lahm: Warum Vulkanasche für Flugzeuge so gefährlich ist

Asche des Anak Krakatau hat in Indonesien hunderte Flüge beeinträchtigt. Behörden überwachen die Wolke rund um die Uhr; eine unmittelbare Tsunami-Gefahr sehen sie derzeit nicht.

Der Anak Krakatau im Sundastraße zwischen Java und Sumatra zeigt seit Freitag starke Eruptionsaktivität. Am Sonntag mussten fünf Flughäfen zeitweise ihren Betrieb einstellen, darunter Jakartas internationaler Großflughafen Soekarno-Hatta. Hunderte Flüge waren betroffen.

Die indonesische Wetterbehörde BMKG überwacht die Aschewolken rund um die Uhr. Satellitendaten zeigten am Sonntagmorgen zwei große Aschebereiche über Banten, Jakarta, Westjava und bis nach Bengkulu. Seit Beginn der aktuellen Eruptionsphase wurden nach Behördenangaben dutzende SIGMET-Warnungen für die Luftfahrt herausgegeben.

Warum Asche kein gewöhnlicher Rauch ist

Vulkanasche besteht aus winzigen scharfkantigen Partikeln aus Gestein, Mineralen und vulkanischem Glas. In einem Strahltriebwerk können diese Partikel schmelzen und sich anschließend an heißeren Bauteilen ablagern. Im Extremfall kann das den Luftstrom stören und zum Ausfall eines oder mehrerer Triebwerke führen.

Asche kann außerdem Cockpitscheiben abschleifen, Sensoren beeinträchtigen und in Lüftungssysteme eindringen. Deshalb reagieren Luftfahrtbehörden bereits auf Konzentrationen, die vom Boden aus harmlos aussehen können.

Schulen und Fischerei ebenfalls betroffen

Neben dem Flugverkehr wurden in betroffenen Gebieten Schulaktivitäten und Fischerei eingeschränkt. Behörden empfehlen, sich bei Ascheniederschlag möglichst in Gebäuden aufzuhalten und Atem- sowie Augenschutz zu nutzen. Rund um den aktiven Krater gilt eine Sperrzone von drei Kilometern.

Der Name trägt eine Katastrophengeschichte

Anak Krakatau bedeutet Kind des Krakatau. Der heutige Vulkan wuchs aus dem System, dessen gewaltige Eruption 1883 zehntausende Menschen tötete. Auch 2018 löste ein Flankenkollaps des Anak Krakatau einen Tsunami aus, der hunderte Menschen das Leben kostete.

Gerade deshalb ist die Frage nach einer neuen Tsunami-Gefahr sensibel. Die indonesische Geologiebehörde erklärte zur aktuellen Lage, die heutige Struktur des Vulkans sei nach dem Kollaps von 2018 relativ klein; derzeit sehe man kein Potenzial für einen Kollaps in einer Größenordnung, die einen vergleichbaren Tsunami auslösen würde. Das ist eine aktuelle Gefahreneinschätzung, keine Garantie für die weitere Entwicklung.

Was jetzt entscheidet

Für den Flugverkehr zählt vor allem Wind. Selbst wenn die Eruption nicht stärker wird, kann eine Änderung der Windrichtung Asche in neue Lufträume tragen. Deshalb können Flughäfen öffnen und später erneut schließen, ohne dass dies einen Widerspruch in den Warnungen bedeutet.

Für Reisende ist die wichtigste Information entsprechend unspektakulär: nicht spektakuläre Videos der Lavafontänen, sondern aktuelle Meldungen von BMKG, Flughafen und Fluggesellschaft. Vulkane arbeiten nach Geologie; Flugpläne müssen sich danach richten.

Quellen

Redaktioneller Hinweis: Stand: 06.09.2026, ca. 08:00 Uhr MESZ. Vulkan- und Flugbetriebslage kann sich kurzfristig ändern. Die Aussage zur Tsunami-Gefahr ist die aktuelle behördliche Einschätzung, keine langfristige Prognose.