Die Eruption des Anak Krakatau ist am Montag zu einer großräumigen Verkehrs- und Gesundheitskrise geworden. Sieben indonesische Flughäfen bleiben wegen Vulkanasche geschlossen, darunter zwei Flughäfen im Raum Jakarta. Mehr als 2.300 Flüge und über 270.000 Passagiere sind nach aktuellen Angaben betroffen.
Aschesäulen stiegen nach Behördenangaben bis auf etwa 50.000 Fuß. Wind und trockene Bedingungen verteilen die feinen Partikel über dicht besiedelte Gebiete. Schulen in Jakarta und Lampung wurden teilweise auf Fernunterricht umgestellt, Behörden empfehlen im Freien Masken.
Warum ein bisschen Asche Flugzeuge stoppen kann
Vulkanasche ist kein weicher Ruß. Sie besteht aus winzigen, harten Gesteins- und Glaspartikeln. Gelangen große Mengen in ein Strahltriebwerk, können sie schmelzen und sich an heißen Bauteilen ablagern. Sensoren und Cockpitscheiben können beschädigt werden. Deshalb reagieren Luftfahrtbehörden schon bei Konzentrationen vorsichtig, die am Boden nicht dramatisch aussehen.
Die Lage ist zusätzlich schwer planbar, weil nicht nur der Vulkan entscheidet, wohin die Gefahr zieht. Windrichtung und Windgeschwindigkeit bestimmen, welche Flugrouten und Flughäfen betroffen sind. Eine Eruption kann deshalb Hunderte Kilometer entfernt größere Auswirkungen auf den Flugverkehr haben als unmittelbar am Krater.
Der Schatten von 1883 und 2018
Der Name Krakatau trägt historische Last. Die gewaltige Eruption des Vorgängervulkans 1883 verursachte Tsunamis und Zehntausende Tote. 2018 kollabierte ein Teil des Anak Krakatau und löste erneut einen Tsunami aus, bei dem mehr als 400 Menschen starben.
Diese Geschichte macht jede neue Eruptionsserie emotional aufgeladen. Sie bedeutet jedoch nicht, dass sich ein Ereignis von 1883 oder 2018 automatisch wiederholt. Vulkanische Gefahren müssen anhand aktueller Messdaten bewertet werden. Behörden warnen derzeit vor weiteren Eruptionen; eine genaue Dauer der Störungen lässt sich wegen der wechselnden Bedingungen nicht seriös vorhersagen.
Für Indonesien ist der Vulkanismus zugleich Alltag und strukturelle Herausforderung. Das Land liegt am pazifischen Feuerring und verfügt über zahlreiche aktive Vulkane. Gute Überwachung, Evakuierungspläne und die enge Zusammenarbeit zwischen Vulkanologen, Wetterdiensten und Luftfahrt sind deshalb keine Zusatzaufgabe, sondern Teil grundlegender Infrastruktur.
Quellen
Redaktioneller Hinweis: Stand: 07.09.2026, 08:45 Uhr MESZ. Eruption, Windrichtung und Flughafenschließungen entwickeln sich dynamisch; Passagier- und Flugzahlen sind vorläufig.