Stand: 20. September 2026
Am 5. Oktober 2023 versammelten sich die Bewohner des
ukrainischen Dorfes Hroza in einem kleinen Café. Sie wollten Abschied
von einem gefallenen Dorfbewohner nehmen, dessen Leichnam nach der
Befreiung des Ortes in die Heimat überführt worden war. Eine russische
Iskander-Rakete traf die Trauergesellschaft. 59 Menschen starben: 36
Frauen, 22 Männer und der achtjährige Iwan. Die Vereinten Nationen
fanden weder Soldaten noch ein anderes militärisches Ziel am Tatort.
Ihre Untersuchung lässt nur zwei Erklärungen zu: Russland überprüfte das
Ziel nicht ausreichend – oder griff die Zivilisten bewusst an.
Eine gedeckte Tafel für
einen Toten
Das Café „Sputnik“ war in Hroza mehr als ein Ort, an dem man etwas
essen oder im angeschlossenen Laden einkaufen konnte. In dem kleinen
Dorf im Gebiet Charkiw war es ein Treffpunkt. Hier kamen Familien
zusammen, hier saßen Jüngere und Ältere an getrennten Tischen, hier
kannte fast jeder jeden.
Am frühen Nachmittag des 5. Oktober 2023 war die lange Tafel für eine
Trauerfeier gedeckt.
Andrij Kozyr war im März 2022 bei den Kämpfen um Popasna tödlich
verwundet worden. Zu dieser Zeit stand sein Heimatdorf unter russischer
Besatzung. Eine Beisetzung in Hroza war nicht möglich; Kozyr wurde
zunächst in einem anderen Teil der Ukraine bestattet. Nach der
ukrainischen Rückeroberung des Dorfes im September 2022 wollte sein Sohn
Denys den Vater nach Hause holen.
Die Familie organisierte eine Wiederbestattung auf dem Dorffriedhof.
Danach gingen Angehörige, Freunde und Nachbarn ins Café. In einem Ort,
in dem damals nur noch rund 300 bis 330 Menschen lebten, bedeutete eine
solche Einladung: Fast jede Familie kannte jemanden im Raum.
Gegen 13.25 Uhr schlug die Rakete ein.
Das Café und der kleine Laden wurden vollständig zerstört. Nach
Angaben der UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission sprechen die
Explosionsspuren, geborgene Raketenteile und die Präzision des Angriffs
dafür, dass russische Streitkräfte eine ballistische Iskander-Rakete
eingesetzt hatten. Die Trauergesellschaft war demnach nicht zufällig in
der Nähe eines anderen Ziels. Sie war sehr wahrscheinlich das Ziel.
Eine Familie,
von der fast niemand zurückkehrte
Unter den Toten waren Andrij Kozyrs 44-jährige Ehefrau Alina, sein
24-jähriger Sohn Denys und seine 22-jährige Tochter Jelysaweta. Alina
und Jelysaweta hatten in Polen gelebt und waren erst am Tag vor der
Wiederbestattung nach Hroza gekommen.
Auch Denys’ Ehefrau Nina starb. Wenige Tage später wäre sie 21 Jahre
alt geworden. Sie studierte im vierten Jahr an einer pädagogischen
Hochschule und arbeitete zugleich dort. Denys und Nina hatten während
des Krieges überstürzt geheiratet. Kurz vor dem Angriff ließen sie
Hochzeitsfotos machen. Eine große Feier wollten sie später
nachholen.
Diese Zukunft gab es nach dem 5. Oktober nicht mehr.
Mit am Tisch saßen weitere Verwandte: Alinas Eltern Mykola und Nina
Hryb, ihr Bruder Iwan und dessen Frau Halyna, Ninas Mutter Ljudmyla
sowie mehrere Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen. Allein aus dem weit
verzweigten Familienkreis um Andrij Kozyr starben mehr als ein Dutzend
Menschen.
Zu ihnen gehörte auch der achtjährige Iwan Kozyr. Er besuchte die
zweite Klasse.
Frühe Meldungen hatten sein Alter teilweise mit sechs Jahren
angegeben. Der abschließende UN-Bericht identifiziert das einzige
getötete Kind als achtjährigen Jungen. Gerade bei großen Unglückslagen
ändern sich Zahlen in den ersten Stunden häufig. Für die Rekonstruktion
ist deshalb der spätere, auf Identifizierungen gestützte Stand
maßgeblich.
Die Rakete riss nicht nur einzelne Menschen aus dem Leben. Sie
löschte ganze Familienzweige aus. Nach den Ermittlungen der Vereinten
Nationen verloren 15 Familien jeweils mindestens zwei Angehörige.
59 Menschen – und jeder war
Zivilist
Die UN-Menschenrechtsmission entsandte Teams nach Hroza. Die
Ermittler besichtigten den Einschlagsort am 7. und 10. Oktober,
untersuchten die Schäden und befragten 35 Menschen: Bewohner, Zeugen,
zwei Überlebende, medizinisches Personal und Beschäftigte der
Leichenhalle.
Ihr Ergebnis ist ungewöhnlich eindeutig.
Alle 59 Getöteten waren Zivilisten. Die UN fand keine Hinweise
darauf, dass sich bei der Trauerfeier aktive ukrainische Soldaten, eine
militärische Einheit, Waffen oder ein anderer legitimer militärischer
Zweck befanden. Auch in unmittelbarer Nähe des Cafés ließ sich kein
militärisches Ziel feststellen.
Dass bei der Beerdigung eines früheren Soldaten über einen
Kriegstoten gesprochen wurde, verändert den rechtlichen Status der
Anwesenden nicht. Eine Trauerfeier wird nicht zum militärischen Ziel,
weil der Verstorbene den Streitkräften angehört hatte. Ebenso wenig
verlieren demobilisierte ehemalige Soldaten oder Veteranen automatisch
ihren Schutz als Zivilpersonen.
Entscheidend ist, ob eine Person zum Zeitpunkt des Angriffs
unmittelbar an Kampfhandlungen teilnimmt oder ob ein Objekt einen
wirksamen Beitrag zu militärischen Handlungen leistet. Für beides fand
die UN in Hroza keine Anhaltspunkte.
Warum die
Präzision der Rakete entscheidend ist
Eine Iskander ist keine ungelenkte Artilleriegranate, die zufällig
mehrere Kilometer vom anvisierten Punkt entfernt einschlägt. Das
russische Waffensystem ist dafür ausgelegt, vorgegebene Koordinaten mit
hoher Genauigkeit anzugreifen.
Die UN hält es deshalb für wahrscheinlich, dass die Trauerfeier im
Café das beabsichtigte Ziel war. Diese Feststellung macht den Fall
rechtlich besonders schwerwiegend: Der Angriff traf nicht lediglich
Zivilisten als unbeabsichtigte Folge eines Schlages gegen eine nahe
militärische Stellung. Nach dem bekannten Sachstand existierte eine
solche Stellung nicht.
Das bedeutet nicht automatisch, dass bereits zweifelsfrei bewiesen
wäre, welcher russische Offizier den Angriff befahl und was jede
beteiligte Person wusste. Für eine strafrechtliche Verurteilung müssten
die konkrete Befehlskette, die verwendeten Zielinformationen und der
Vorsatz einzelner Verantwortlicher nachgewiesen werden.
Für die Bewertung des Angriffs als solchen ist die Beweislage jedoch
belastbar. Die UN sieht „hinreichende Gründe“ für die Annahme, dass
russische Streitkräfte die Präzisionswaffe abfeuerten und die zivile
Trauergesellschaft das beabsichtigte Ziel war.
Russlands
Behauptung eines militärischen Ziels
Russland hat die Verantwortung für den Angriff nicht ausdrücklich
anerkannt. Ein Vertreter der russischen Seite behauptete jedoch, die
Trauerfeier sei ein legitimes militärisches Ziel gewesen. In russischen
Darstellungen wurde unterstellt, dort hätten sich ukrainische
Militärangehörige versammelt.
Für diese Behauptung legte Russland keine öffentlich überprüfbaren
Beweise vor.
Die UN prüfte gerade diese Frage. Sie sprach mit Überlebenden und
Bewohnern, untersuchte den Tatort und wertete die verfügbaren
Informationen aus. Das Ergebnis widerspricht der russischen Darstellung:
keine aktiven Soldaten, keine militärische Ausrüstung, kein
militärischer Stützpunkt und kein anderer militärischer Zweck.
Selbst die Anwesenheit einzelner Soldaten hätte im Übrigen nicht
automatisch erlaubt, ein volles Café mit einer ballistischen Rakete zu
zerstören. Ein Angriff müsste weiterhin einen konkreten militärischen
Vorteil erwarten lassen; zudem wären Verhältnismäßigkeit und alle
praktisch möglichen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Die unterschiedslose
Tötung einer großen Trauergesellschaft ließe sich nicht allein mit der
möglichen Anwesenheit eines einzelnen Militärangehörigen
rechtfertigen.
In Hroza fand die UN jedoch nicht einmal dafür einen Beleg.
Die möglichen
Informanten aus dem eigenen Dorf
Wenige Tage nach dem Angriff erhob der ukrainische
Inlandsgeheimdienst SBU schwere Vorwürfe gegen zwei frühere Bewohner
Hrozas. Die Brüder Wolodymyr und Dmytro Mamon, beide ehemalige
ukrainische Polizisten, sollen während der russischen Besatzung mit den
Besatzungsbehörden zusammengearbeitet haben und später nach Russland
geflohen sein.
Nach Darstellung des SBU hätten die Brüder Anfang Oktober 2023 über
Kontakte im Dorf Informationen über die geplante Wiederbestattung
gesammelt. Wolodymyr Mamon soll Zeitpunkt und genaue Adresse der
Trauerfeier an russische Stellen weitergegeben haben.
Diese Anschuldigungen stammen aus einem ukrainischen Strafverfahren
und sind nicht mit einem rechtskräftigen Urteil gleichzusetzen. Die
Beschuldigten konnten sich in einem öffentlichen Gerichtsverfahren
bislang nicht zu den Vorwürfen äußern. Deshalb wäre es journalistisch
falsch, sie ohne Einschränkung als erwiesene Täter zu bezeichnen.
Die mutmaßliche Informationsbeschaffung erklärt allerdings eine
zentrale Besonderheit des Angriffs: Die Rakete traf ein einmaliges, nur
für wenige Stunden geöffnetes Treffen in einem kleinen Dorf. Wer das
Café als Ziel auswählte, musste sehr genaue Kenntnisse über Ort und
Zeitpunkt der Zusammenkunft gehabt haben.
Auch wenn sich die ukrainischen Vorwürfe gegen die mutmaßlichen
Informanten bestätigen sollten, bliebe die Hauptverantwortung für den
Raketenangriff bei denen, die die Zielinformation prüften, den Angriff
planten, ihn genehmigten und die Waffe abfeuerten.
Was das humanitäre
Völkerrecht verlangt
Das humanitäre Völkerrecht beruht auf dem Grundsatz der
Unterscheidung. Konfliktparteien müssen jederzeit zwischen Kombattanten
und Zivilpersonen sowie zwischen militärischen und zivilen Objekten
unterscheiden. Angriffe dürfen nur gegen militärische Ziele gerichtet
werden.
Artikel 52 des Ersten Zusatzprotokolls zu den Genfer Konventionen
definiert ein militärisches Ziel eng: Ein Objekt muss aufgrund seiner
Beschaffenheit, seines Standorts, seiner Zweckbestimmung oder seiner
tatsächlichen Nutzung wirksam zu militärischen Handlungen beitragen.
Seine Zerstörung muss unter den konkreten Umständen einen eindeutigen
militärischen Vorteil bieten.
Darüber hinaus verpflichtet Artikel 57 Angreifer, alles praktisch
Mögliche zu tun, um ein Ziel zu überprüfen, zivile Schäden zu vermeiden
und einen Angriff abzusagen, wenn sich herausstellt, dass das Ziel nicht
militärisch ist.
Das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs nennt
vorsätzliche Angriffe auf Zivilpersonen und zivile Objekte ausdrücklich
als Kriegsverbrechen. Strafbar kann auch ein Angriff sein, bei dem der
Täter weiß, dass die erwarteten zivilen Schäden eindeutig außer
Verhältnis zum erwarteten militärischen Vorteil stehen.
Für Hroza formuliert die UN daher zwei mögliche Erklärungen:
- Die russischen Streitkräfte taten nicht alles praktisch Mögliche, um
zu prüfen, ob das Café tatsächlich ein militärisches Ziel war. - Sie wussten, dass dort Zivilisten zusammenkamen, und griffen die
Trauergesellschaft dennoch bewusst an.
Schon die erste Variante wäre eine schwere Verletzung der
völkerrechtlichen Vorsorgepflichten. Die zweite wäre ein vorsätzlicher
Angriff auf Zivilisten und damit ein Kriegsverbrechen.
Warum
KIVOZ von einem mutmaßlichen Kriegsverbrechen spricht
Im politischen Sprachgebrauch wird nahezu jeder besonders grausame
Angriff als Kriegsverbrechen bezeichnet. Juristisch ist eine genauere
Trennung notwendig.
Dass 59 Zivilisten starben, beweist für sich allein noch nicht den
individuellen Vorsatz eines konkreten Beschuldigten. Auch im Krieg
können Zivilisten bei einem grundsätzlich rechtmäßigen Angriff auf ein
militärisches Ziel getötet werden. Entscheidend sind Ziel, erwarteter
militärischer Vorteil, vorhersehbare zivile Folgen und das Wissen der
Verantwortlichen.
In Hroza sprechen jedoch mehrere Befunde gleichzeitig für ein
Kriegsverbrechen:
- Das zerstörte Café war ein ziviles Objekt.
- Alle 59 Getöteten waren nach der UN-Untersuchung Zivilisten.
- Am Café und in seiner Nähe befand sich kein feststellbares
militärisches Ziel. - Eine steuerbare Präzisionswaffe traf genau die einmalig
stattfindende Trauerfeier. - Russland legte keine überprüfbaren Belege für seine gegenteilige
Behauptung vor. - Die Zielkoordinaten könnten nach ukrainischen Ermittlungen gezielt
aus dem Dorf übermittelt worden sein.
Eine endgültige strafrechtliche Feststellung ist Aufgabe eines
unabhängigen Gerichts. Bis dahin ist „mutmaßliches Kriegsverbrechen“ die
rechtlich saubere Bezeichnung. Sie bedeutet nicht, dass die Faktenlage
unklar oder schwach wäre. Sie macht kenntlich, dass Tatbewertung und
individuelle Schuld noch nicht rechtskräftig entschieden sind.
Wer zur
Verantwortung gezogen werden könnte
Die Ukraine hat die Zuständigkeit des Internationalen
Strafgerichtshofs für auf ihrem Staatsgebiet begangene Verbrechen
anerkannt und ist seit dem 1. Januar 2025 Vertragsstaat des Römischen
Statuts. Der Gerichtshof kann daher auch Taten untersuchen, die
russische Staatsangehörige in der Ukraine begangen haben, obwohl
Russland selbst dem Statut nicht angehört.
Für ein Verfahren müssten Ermittler die Befehlskette
rekonstruieren:
- Wer übermittelte die Koordinaten?
- Welche russische Einheit verfügte am 5. Oktober 2023 über das
verwendete Iskander-System? - Welche Nachrichtendienstinformationen lagen vor?
- Wer bewertete das Café als Ziel?
- Wurde die zivile Nutzung erkannt oder bewusst ausgeblendet?
- Wer genehmigte und wer führte den Abschuss aus?
Verantwortung kann mehrere Ebenen betreffen: mögliche Informanten,
die Zielplaner, die Bedienmannschaft und Vorgesetzte, die den Angriff
befahlen oder trotz tatsächlicher Kontrolle nicht verhinderten. Ohne
belastbare Beweise darf keine dieser Rollen einer konkreten Person
zugeschrieben werden.
Die technische Präzision der Waffe und der klar abgegrenzte
Einschlagsort bieten Ermittlern jedoch Ansatzpunkte. Der Angriff auf
Hroza ist kein Fall, bei dem sich die Verantwortung in einem
unübersichtlichen Artillerieduell aufzulösen scheint. Jemand bestimmte
die Koordinaten dieses Cafés. Jemand gab sie in ein russisches
Waffensystem ein. Jemand erteilte die Freigabe.
Ein Jahr später:
ein Dorf aus leeren Häusern
Ein Jahr nach dem Angriff lebten nach einer Reportage des
ukrainischen Mediums „Babel“ weniger als 200 Menschen in Hroza. Vor dem
russischen Großangriff waren es ungefähr 550 gewesen. Besatzung, Flucht,
Einberufung und der Raketeneinschlag hatten den Ort verändert.
Wo das Café „Sputnik“ stand, entstand ein Denkmal mit den Namen der
Getöteten. In der Nähe öffnete wieder ein kleiner Laden. Für manche
Überlebende ist das ein Zeichen, dass ein Dorf weiterleben muss. Andere
können den Ort kaum betreten, weil dort Familienmitglieder starben.
Natalja, die am Tag des Angriffs im Laden arbeitete, überlebte unter
Betonplatten. Sie berichtete später, dass sie sich an den Moment des
Einschlags nicht erinnern könne. Ihre nächste Erinnerung sei, dass sie
eingeklemmt gewesen sei und um Hilfe gerufen habe. Auch ein Jahr später
arbeitete sie wieder nahe demselben Ort – begleitet von den Bildern des
zerstörten Cafés und den Namen der Menschen, die sie fast alle
persönlich gekannt hatte.
Walentyna Kozyr verlor ihren Mann, zwei erwachsene Kinder und ihren
achtjährigen Enkel Iwan. Übrig blieben ein jugendlicher Enkel und eine
schwer verletzte Schwiegertochter. In ihrem Haus standen die Fotografien
der vier Getöteten nebeneinander.
Solche Verluste lassen sich nicht mit dem Wiederaufbau eines Ladens
oder einem neuen Denkmal abschließen. Ein Kriegsverbrechen endet für die
Überlebenden nicht mit der Bergung der Toten. Es setzt sich in leeren
Häusern, zerbrochenen Familien und in der Frage fort, wem man im eigenen
Dorf noch vertrauen kann.
Die Namen hinter der Zahl
59 ist die Zahl, unter der Hroza in den Berichten der Vereinten
Nationen geführt wird.
Aber 59 bedeutet auch: Eine junge Frau, die ihre eigentliche
Hochzeitsfeier noch vor sich hatte. Eine Mutter und ihre beiden
erwachsenen Kinder, die nur für einen Tag aus Polen zurückgekehrt waren.
Großeltern, Geschwister, Cousinen, Nachbarn. Ein achtjähriger Junge, der
die zweite Klasse besuchte.
Die Menschen im Café waren zusammengekommen, um einen Toten endlich
in seinem Heimatdorf zu bestatten.
Eine russische Präzisionsrakete traf ihre gedeckte Tafel.
Die UN fand dort kein militärisches Ziel.
Quellen und weiterführende
Dokumente
- UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission:
Attack on Funeral Reception in Hroza, 5 October 2023 - OHCHR/HRMMU:
vollständiger Untersuchungsbericht zum Angriff auf Hroza - UN
Genf: Pressebriefing zu den Ermittlungsergebnissen - Associated
Press: Der Angriff, der eine Dorfgemeinschaft zerriss - Babel:
Wie Hroza ein Jahr nach dem Angriff lebt - 24
Kanal: Gedenken und Stand der Ermittlungen ein Jahr später - IKRK:
Erstes Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen - Internationaler
Strafgerichtshof: Römisches Statut
Bildnachweis
KI-generiertes Symbolbild / OpenAI. Das Bild zeigt ein generisches,
beschädigtes Dorfcafé nach einem Angriff. Es ist keine Aufnahme des
Cafés „Sputnik“ in Hroza, bildet den tatsächlichen Tatort nicht nach und
zeigt keine realen Opfer. Generiert am 20. September 2026.
Redaktioneller Hinweis
Die Feststellungen zum Tatablauf und zum zivilen Status der Opfer
beruhen vor allem auf der Untersuchung der
UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission. Vorwürfe gegen mutmaßliche
Informanten werden als Angaben ukrainischer Ermittlungsbehörden
gekennzeichnet. Eine rechtskräftige gerichtliche Entscheidung über den
Angriff und die individuelle strafrechtliche Verantwortung bestimmter
Personen liegt nicht vor.
Quellen
- UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission – Attack on Funeral Reception in Hroza
- OHCHR/HRMMU – Vollständiger Untersuchungsbericht zum Angriff auf Hroza
- UN Genf – Pressebriefing zu den Ermittlungsergebnissen
- Associated Press – Precision missile strike on cafe decimates Ukrainian village
- Babel – Hroza ein Jahr nach dem Raketenangriff
- 24 Kanal – Gedenken und Stand der Ermittlungen ein Jahr später
- IKRK – Erstes Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen
- Internationaler Strafgerichtshof – Römisches Statut
Redaktioneller Hinweis: Recherche- und Rechtsstand: 20.09.2026. Der Artikel stützt sich für Tatablauf, Opferzahl und zivilen Status der Getöteten vorrangig auf die Untersuchung der UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission. Vorwürfe gegen mutmaßliche Informanten werden als Angaben ukrainischer Ermittlungsbehörden gekennzeichnet. Eine rechtskräftige Entscheidung zur individuellen strafrechtlichen Verantwortung liegt nicht vor.
