Am Mittwoch, dem 12. August 2026, lohnt sich am frühen Abend der Blick nach Westen – allerdings ausschließlich mit geeignetem Sonnenschutz. In ganz Deutschland ist eine ausgeprägte partielle Sonnenfinsternis sichtbar. Der Mond schiebt sich aus unserer Perspektive vor einen großen Teil der Sonnenscheibe, während Beobachter in einem schmalen Streifen unter anderem über Island und Spanien eine totale Finsternis erleben können.
Wann beginnt die Sonnenfinsternis in Deutschland?
Die genauen Zeiten hängen vom Standort ab. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt beginnt die partielle Finsternis in Deutschland regional ab etwa 19:12 Uhr MESZ und endet spätestens mit dem Sonnenuntergang. Die stärkste Bedeckung wird im Südwesten erreicht: Entlang einer Linie von Freiburg bis Konstanz können rund 90 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt sein.
Da die Sonne am Abend bereits tief steht, ist ein freier Horizont besonders wichtig. Häuser, Bäume oder Hügel können die Sicht deutlich früher beenden als der astronomische Sonnenuntergang.
Hamburg: Maximum kurz nach 20 Uhr
Für Hamburg nennt das Planetarium Hamburg einen Beginn gegen 19:14 Uhr. Die maximale Bedeckung wird gegen 20:08 Uhr erreicht. Dann sind etwa 85,4 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt. Gegen 20:54 Uhr geht die Sonne unter.
Das bedeutet: Wer beobachten möchte, sollte nicht erst zum Maximum einen Standort suchen. Ein Platz mit freier Sicht nach Westen oder West-Nordwesten ist entscheidend.
Warum wird es trotz 85 Prozent Bedeckung nicht völlig dunkel?
Bei einer partiellen Sonnenfinsternis bleibt immer ein Teil der Sonnenoberfläche sichtbar. Selbst ein relativ schmaler Rest der Sonne liefert noch sehr viel Licht. Eine fast vollständig bedeckte Sonne wirkt deshalb nicht wie eine nächtliche Dunkelheit. Der spektakuläre Wechsel zur dunklen Totalität mit sichtbarer Korona findet nur innerhalb des Kernschattens des Mondes statt.
So beobachtet man die Sonnenfinsternis sicher
Eine normale Sonnenbrille reicht nicht aus. Für den direkten Blick auf die Sonne ist eine geeignete, unbeschädigte Sonnenfinsternisbrille mit geprüftem Filter erforderlich. Das gilt während der gesamten partiellen Phase.
Besonders gefährlich sind Ferngläser, Teleskope und Kameras ohne professionellen Sonnenfilter vor dem Objektiv. Die Optik bündelt das Sonnenlicht und kann Augen oder Sensoren in sehr kurzer Zeit dauerhaft schädigen. Ein Filter gehört deshalb vor die lichtsammelnde Optik – nicht nur vor das Auge oder hinter das Okular.
Nach der Finsternis folgen die Perseiden
Der 12. August bietet noch ein zweites astronomisches Ereignis: In der Nacht zum 13. August erreicht der Perseiden-Meteorstrom sein Maximum. Das DLR weist darauf hin, dass die Bedingungen durch den Neumond günstig sind. Für Deutschland sind unter guten dunklen Bedingungen eher Größenordnungen um einige Dutzend sichtbare Meteore pro Stunde realistisch als die häufig genannten theoretischen Spitzenwerte.
Warum dieses Ereignis besonders ist
Ein ähnlich hoher Bedeckungsgrad wird nach DLR-Angaben in Deutschland erst wieder 2075 erreicht. Die Kombination aus stark ausgeprägter partieller Sonnenfinsternis am Abend und Perseidenmaximum in derselben Nacht macht den 12. August deshalb zu einem ungewöhnlich guten Astronomietag – sofern das Wetter mitspielt.
