Das Beitragsbild zeigt ukrainische FPV-Angriffsdrohnen der 25. Sicheslavska-Brigade und stammt aus einem Bericht von ArmyInform. Deutschland unterstützt die Ukraine nicht nur über staatliche Hilfspakete. Parallel dazu sammeln Vereine, Initiativen und internationale Plattformen Geld für sehr konkrete Bedarfe: Rettungs- und Evakuierungsfahrzeuge, medizinische Ausrüstung, Drohnenabwehr, Aufklärungsdrohnen, elektronische Gegenmaßnahmen, unbemannte Systeme und teilweise auch Technik mit unmittelbarer militärischer Wirkung.
Solche Übersichten altern schnell. Kampagnen enden, Projektseiten werden umgebaut, Spendenziele ändern sich und alte Social-Media-Links bleiben noch lange auffindbar. KIVOZ hat deshalb die hier genannten Einstiegs- und Projektseiten am 31. August 2026 erneut direkt geprüft. Entscheidend für die Aufnahme ist nicht, ob eine Seite noch in einer Suchmaschine erscheint, sondern ob die Organisation oder Kampagne aktuell erreichbar und der Träger nachvollziehbar ist.
Was sich seit der letzten Prüfung geändert hat
- Die deutsche UNITED24-Kampagne für Sky Defense umfasst inzwischen neun Content Creator. UNITED24 meldete am 14. August den Beitritt eines neunten Teilnehmers; das gemeinsame Ziel bleibt bei 200.000 Euro.
- Die UNITED24-App und die sogenannte Drone Line sind weiterhin aktiv. Die Plattform ermöglicht direkte Unterstützung ausgewählter ukrainischer Drohneneinheiten und veröffentlicht Angaben zur Mittelverwendung.
- Ukraine Aid Operations führt weiterhin laufende Kampagnen für Drohnen, elektronische Gegenmaßnahmen, Bodendrohnen, medizinische Ausrüstung und Energieversorgung.
- Bei der Hamburger Initiative Feine Ukraine ist die Organisation selbst weiterhin aktiv. Die früher in diesem Artikel genannte konkrete aktuelle Sammlung für elektronische Drohnenabwehr lässt sich auf der derzeit erreichbaren Website jedoch nicht mehr eindeutig verifizieren. Sie wird deshalb nicht mehr als aktive spezialisierte Drohnenabwehr-Kampagne geführt.
1. Ukraine-Hilfe Berlin: Drohnenabwehr, Minensuche und Rettungstechnik
Die Ukraine-Hilfe Berlin e.V. betreibt weiterhin ein Projekt für ukrainische Rettungskräfte. Die aktuell erreichbare Projektseite nennt ausdrücklich Störsender für Krankenwagen und Evakuierungsfahrzeuge, Minensuchdrohnen, Stromspeicher sowie persönliche Schutzausrüstung. Der Verein ist nach eigenen Angaben gemeinnützig; auf der Website finden sich zudem Transparenz- und Projektinformationen.
Die Drohnenabwehr ist hier defensiv ausgerichtet: Störsender sollen Rettungs- und Evakuierungsfahrzeuge gegen Angriffe durch unbemannte Systeme schützen. Die Minensuchdrohnen wiederum dienen der Ortung von Sprengkörpern.
Geprüfte Projektseite: Ukraine-Hilfe Berlin – Hilfe für Rettungskräfte
2. Ukraine Helfer e.V. aus Düsseldorf: Fahrzeuge für Militärmediziner
Ukraine Helfer e.V. dokumentiert weiterhin konkrete Transporte und ein deutsches Spendenkonto. Als jüngste auf der Website aufgeführte Aktion wird der Juli 2026 genannt. Nach Vereinsangaben wurden dabei drei Fahrzeuge für Militärmediziner an der Front, ein Generator für ein Krankenhaus, Räder für Evakuierungsfahrzeuge und medizinische Hilfsgüter geliefert.
Seit der Gründung Ende 2023 dokumentiert der Verein auf seiner Website mehrere Fahrzeugtransporte. Das ist militärnahe Unterstützung, aber nicht mit einer Waffenspende gleichzusetzen: Fahrzeuge für Sanitäter und Evakuierung erhöhen die medizinische und logistische Handlungsfähigkeit im Frontgebiet.
Geprüfte Seite: Ukraine Helfer e.V.
3. Timotheus-Gemeinde Hannover: medizinische Hilfe und Evakuierungsfahrzeuge
Das Betterplace-Projekt „Medizinische Hilfe für die Ukraine“ der Timotheus-Gemeinde Hannover ist weiterhin aktiv. Die Projektbeschreibung nennt medizinische Materialien, Unterstützung ukrainischer Kliniken und die Mitfinanzierung von Rettungs- und Krankenwagen.
Besonders aktuell ist ein Projektupdate vom 21. Juli 2026: Darin berichtet die Initiative, gemeinsam mit ihrem Netzwerk sechs Fahrzeuge als Evakuierungsfahrzeuge beschafft zu haben. Ein früher eingesetzter Rettungswagen sei im April in der Nähe von Kramatorsk durch eine FPV-Drohne zerstört worden, ohne dass dabei Menschen zu Schaden kamen.
Geprüfte Projektseite: Betterplace – Medizinische Hilfe für die Ukraine
Organisationsseite: Timotheus-Gemeinde Hannover bei Betterplace
4. Neun deutsche Content Creator sammeln für UNITED24 Sky Defense
Eine der sichtbarsten aktuellen Kampagnen mit direktem Deutschland-Bezug läuft über UNITED24, die offizielle Fundraising-Plattform der Ukraine. Das gemeinsame Spendenziel beträgt 200.000 Euro. Ursprünglich startete die Aktion mit fünf deutschen Content Creatorn; im Laufe der folgenden Monate kamen weitere hinzu. Am 14. August 2026 meldete UNITED24 den neunten Teilnehmer.
Die Kampagne ist Teil von Sky Defense. UNITED24 nennt als Bedarf unter anderem Drohnen zur Abwehr russischer Luftangriffe, elektronische Kampfführung und Fahrzeuge für mobile Luftverteidigungseinheiten. Damit handelt es sich nicht um klassische humanitäre Hilfe, sondern ausdrücklich um Unterstützung ukrainischer Verteidigungsfähigkeiten.
Geprüfte Kampagnenseite: UNITED24 – deutsche Content Creator für Sky Defense
Update zum neunten Teilnehmer: UNITED24 – Aktualisierung vom 14. August 2026
5. UNITED24 Sky Defense: Luftverteidigung als eigener Spendenbereich
Unabhängig von der deutschen Creator-Kampagne führt UNITED24 Sky Defense als fortlaufenden eigenen Spendenbereich. Auf der aktuellen Programmseite nennt die Plattform Drohnen sowie elektronische Gegenmaßnahmen und Fahrzeuge für mobile Flugabwehrgruppen als wesentliche Beschaffungsfelder.
Ein Beispiel für die konkrete Verwendung solcher Mittel liefert eine im Juli abgeschlossene Kampagne des Historikers Timothy Snyder: UNITED24 berichtete, dass ein Teil der dort gesammelten Gelder bereits in insgesamt 240 Abfangdrohnen geflossen sei. Solche Angaben stammen von der ukrainischen Plattform selbst und sind entsprechend als Betreiberangaben einzuordnen.
Geprüfte Programmseite: UNITED24 – Sky Defense
6. UNITED24-App und Drone Line: direkte Unterstützung von Drohneneinheiten
Über die UNITED24-App können Spender ausgewählte ukrainische Front-Drohneneinheiten direkt unterstützen. Die Plattform beschreibt die Drone Line als Initiative zur Stärkung besonders leistungsfähiger unbemannter Einheiten. Die Unterstützung ist damit eindeutig militärisch und geht deutlich über medizinische oder humanitäre Hilfe hinaus.
UNITED24 dokumentierte im März 2026 bereits eine Million US-Dollar an Spenden über die App für die Drone Line. Nach Plattformangaben wurden damit unter anderem Abfangdrohnen, Bodenrobotik, Anti-Drohnen-Systeme und weitere UAVs beschafft. Im Sommer folgten zusätzliche Kampagnen und Beschaffungsmeldungen.
Geprüfte App-/Drone-Line-Seite: UNITED24 – Frontline App / Drone Line
Dokumentation: UNITED24 – eine Million Dollar für die Drone Line
7. Ukraine Aid Operations: Drohnen, Störsender und Bodensysteme
Ukraine Aid Operations (UAO) bleibt eine der umfangreicheren internationalen Plattformen für militärnahe und militärische Sachausstattung. Die deutschsprachige Website listet Drohnen, Drohnen-Störsender, medizinische Ausrüstung, Kommunikationsgeräte, Fahrzeuge, Nachtsichttechnik, Generatoren und weitere Systeme.
UAO gibt auf seiner Website an, bislang mehr als drei Millionen US-Dollar für Drohnen gesammelt und über 1.100 FPV-Drohnen sowie Hunderte weitere Drohnen bereitgestellt zu haben. Für Drohnen-Störsender nennt die Organisation mehr als 350.000 Dollar Spenden und mehr als 65 ausgelieferte Systeme. Diese Zahlen sind Selbstauskünfte der Organisation, werden auf der Website aber mit Projektberichten und Lieferdokumentationen verbunden.
Die Kampagnenübersicht zeigt auch 2026 neue Aktionen, darunter elektronische Kriegführung für eine ukrainische Brigade, Bodendrohnen und Transportdrohnen. Die deutsche Spendenseite weist ausdrücklich darauf hin, dass die steuerliche Behandlung in europäischen Ländern von den jeweiligen nationalen Regeln abhängt.
Geprüfte deutsche Hauptseite: Ukraine Aid Operations
Geprüfte Spendenseite: UAO – Spenden für die Ukraine
Kampagnenübersicht: UAO – aktuelle Spendenkampagnen
8. Drones for Ukraine Fund: Aufklärungsdrohnen und technische Ausrüstung
Der Drones for Ukraine Fund ist ebenfalls weiterhin erreichbar. Die Organisation beschreibt den Kauf von DJI-Mavic- und Autel-Drohnen sowie zusätzlicher technischer Ausrüstung für ukrainische Verteidiger. Nach eigenen Angaben veröffentlicht sie zu Einkäufen und Auslieferungen detaillierte Berichte.
Für deutsche Spender gilt hier besonders: Eine international erreichbare Spendenseite bedeutet nicht automatisch, dass eine Zahlung in Deutschland steuerlich als Spende anerkannt wird. Wer darauf Wert legt, sollte die steuerliche Behandlung vor der Zahlung klären.
Geprüfte Hauptseite: Drones for Ukraine Fund
Berichte: Drones for Ukraine Fund – Reports
Abgeschlossen: NAFO und der Sky Sentinel
Die Kampagne UNITED24 x NAFO „Dark Night“ wird nicht mehr unter den aktiven Fundraisern geführt. Die offizielle Projektseite kennzeichnet sie als abgeschlossen. Sie bleibt aber ein anschauliches Beispiel dafür, wie weit privates Fundraising inzwischen reichen kann: Gesammelt wurde für einen Sky Sentinel, ein automatisiertes ukrainisches Luftverteidigungssystem. UNITED24 weist auf der Projektseite knapp 498.000 US-Dollar bei einem ursprünglichen Ziel von 300.000 Dollar aus.
Dokumentationsseite: UNITED24 x NAFO – Dark Night
Nicht mehr als spezialisierte Drohnenkampagne gelistet: Feine Ukraine
Der Hamburger Verein Feine Ukraine e.V. ist weiterhin aktiv und wirbt auf seiner Website um Unterstützung für die Ukraine. Die aktuelle Seite dokumentiert humanitäre Hilfe, Unterstützung für Verwundete, Hilfslieferungen und Material für ukrainische Verteidiger.
Die in einer früheren Fassung dieses Artikels konkreter dargestellte aktuelle Spendenaktion für elektronische Drohnenabwehr ist auf der jetzt erreichbaren Website jedoch nicht mehr eindeutig auffindbar. KIVOZ führt den Verein deshalb weiterhin als aktive Ukraine-Hilfsorganisation, aber nicht mehr in der Liste der aktuell verifizierten spezialisierten Drohnenabwehr-Fundraiser.
Geprüfte Vereinsseite: Feine Ukraine e.V.
Militärnah, militärisch oder humanitär: Wo liegt der Unterschied?
Die Grenzen sind nicht immer scharf. Ein Rettungswagen ist kein Waffensystem, kann aber unmittelbar militärischen Sanitätern dienen. Ein Störsender kann ein Evakuierungsfahrzeug schützen, aber auch an einer militärischen Stellung eingesetzt werden. Eine Aufklärungsdrohne kann Verwundete suchen oder Zielinformationen liefern. Und die direkte Finanzierung von Drohneneinheiten oder bewaffneter Flugabwehr ist eindeutig militärische Unterstützung.
Für einen transparenten Überblick ist diese Unterscheidung wichtiger als das Etikett „Ukraine-Hilfe“. Spender sollten wissen, ob sie medizinische Versorgung, Schutztechnik, Logistik oder unmittelbar kampffähige Systeme unterstützen.
Woran Spender aktuelle Kampagnen prüfen sollten
Vor einer Zahlung sollte die Organisation neu über ihre Hauptseite aufgerufen und von dort zur aktuellen Kampagne navigiert werden. Alte Kurzlinks, QR-Codes oder Zahlungsinformationen aus gespeicherten Social-Media-Beiträgen sind kein guter Ausgangspunkt.
Bei deutschen Vereinen sind Impressum, Gemeinnützigkeitsangaben, Projektberichte und nachvollziehbare Zahlungswege wichtige Prüfpunkte. Bei internationalen Organisationen sollte zusätzlich geklärt werden, ob eine Spende in Deutschland steuerlich berücksichtigt werden kann. Wer selbst militärische, Dual-Use- oder andere kontrollierte Güter beschaffen und exportieren möchte, sollte zudem nicht davon ausgehen, dass für Sachspenden automatisch dieselben Regeln wie für eine Geldspende gelten.
Warum KIVOZ diese Liste regelmäßig aktualisiert
Fundraising im Krieg ist besonders anfällig für veraltete Links, emotionale Schnellentscheidungen und unklare Zuständigkeiten. Deshalb nimmt KIVOZ keine Organisation allein deshalb auf, weil sie häufig in sozialen Netzwerken geteilt wird. Für diese Aktualisierung wurden die Zielseiten erneut direkt aufgerufen und aktuelle Projektinformationen gegen die Angaben der jeweiligen Betreiber geprüft.
Wer sich zusätzlich für die Entwicklung militärischer Ukraine-Unterstützung aus Deutschland interessiert, findet bei KIVOZ auch den Hintergrund zu deutscher Drohnentechnik und Ukraine-Hilfe rund um Donaustahl sowie aktuelle Berichte zur Bedeutung der ukrainischen Luftverteidigung.
Redaktioneller Hinweis: KIVOZ erhält von keiner der genannten Organisationen oder Kampagnen Geld, Provisionen oder andere Vorteile. Die Aufnahme ist keine individuelle Spendenempfehlung. Projektziele, Spendensummen und URLs können sich kurzfristig ändern. Letzte direkte Link- und Inhaltsprüfung: 31.08.2026.
